Kaplan

Im Jänner 1979 wurde ich als Sohn eines Reisbauern in einer Kleinstadt ca. 500 Kilometer von der Metropole Manila entfernt geboren. Als Kind und Jugendlicher habe ich auf den Reisfeldern mitgearbeitet, gepflanzt und geerntet.

Meine Kindheit war von der tiefreligiösen Atmosphäre meiner Heimat geprägt - mit ihren vollen Kirchen, ihren vielen Prozessionen, ihrer Freude am Glauben. Zuerst aber war es meine Familie, mein Vater vor allem, die mich mitgerissen hat. Am Sonntag haben wir schon vor der Messe, ab halb fünf Uhr früh, mit dem Vater Rosenkranz gebetet – die ganze Familie, meine drei Schwestern, die drei Brüder und ich.

Ich habe schon von frühester Jugend an gewusst: Eines Tages werde ich Priester sein. Als Kind habe ich in Priesterkleidern „geübt“.

Mein Vater hat meinen Weg sehr gefördert – Grundschule und Gymnasium, dann die Philosophische Hochschule der „Steyler Missionare“ (SVD), gekoppelt mit dem Priesterseminar, schon in Manila. Angetrieben hat mich das Interesse an der Theologie, die Freude an der Seelsorge (ich war schon am Gymnasium Katechet) und die geheimnisvolle Schönheit der Liturgie.

Lebensbestimmend war meine frühe Begegnung mit den Steyler Missionaren, deren Österreich-Zentrum ja in St. Gabriel ist. Deutsche Steyler Missionsschwestern haben das Gymnasium geleitet und der Orden hat auch seine Ausbildungsstätten in der Metropole Manila.

Meine ersten Ordensgelübde habe ich noch zuhause abgelegt, dann – als Seminarist – ereilte mich der Ruf der „Steyler“ aus Österreich. Eigentlich hätte ich mich als Missionar in Afrika oder auf Neuguinea gesehen, aber Österreich hatte dann doch den Zusatzreiz: „Musikland“ zu sein. Das war eine der wenigen Vorstellungen, die ich von meiner neuen Heimat hatte. Zuhause habe ich auch Chöre geleitet.

Dann, ab 2003, also Österreich: ich wohnte zunächst in St. Gabriel und studierte in Wien (Theologie, dazu Deutsch und Griechisch). Daneben setzte ich den entscheidenden Schlussstein meiner Zugehörigkeit zum Orden, legte 2010 die „ewigen Gelübde“ ab und wurde 2011von Kardinal Schönborn zum Priester geweiht.

Als Diakon, dann als Kooperator ging ich nach Wels in die Herz-Jesu Pfarre OÖ (2010-2014). Abschließend für nur knapp ein Jahr als Kaplan nach Hinterbrühl und in die Pfarre Maria Enzersdorf NÖ. Dann habe ich den dringenderen Auftrag von der Provinz bekommen - als Kooperator hier in Marchtrenk und Holzhausen an die Seite von P. Carlos zu kommen.

Ich freue mich schon auf viele Begegnungen.