Kaplan

P. Arockiasamy Vincent Robert SVD
neuer Kaplan von Marchtrenk und Holzhausen
 
Ich komme aus einem kleinen Dorf namens T. Udaiyapatty, in der Diözese Trichy, Tamil Nadu, Indien. Wir sind sechs in der Familie. Ich habe drei Geschwister, zwei Schwestern und einen Bruder. Alle drei Geschwister sind verheiratet und haben ihre eigenen Familien. Ich bin der jüngste Sohn. Meine Mutter und mein Vater sind Bauern. Seit meiner frühesten Kindheit hatte ich den Wunsch, Priester zu werden, um Gott und seinem Volk zu dienen. So bin ich im Jahr 2001, nach dem Bestehen meiner Pflichtschulabschlussprüfung (Secondary School Leaving Certificate (SSLC) – nach 10 Pflichtschuljahren) in die Gesellschaft des Göttlichen Wortes (SVD) eingetreten.
 
Meine dankbare Anerkennung gilt zunächst dem Beitrag meiner Eltern, Geschwister und all meiner Verwandten, zusammen mit meinen Paten, die mir den ersten Vorgeschmack auf Gott und seine Verheißungen in meinem Leben gegeben haben. Meine Erfahrungen in der Familie haben mir geholfen zu verstehen, dass der Herr uns auch in Schwierigkeiten nicht allein lässt, sondern unsere Probleme in einer Weise lösen hilft, die nur ihm bekannt ist. Als Kind habe ich an Gott geglaubt, der uns für unsere Taten belohnt und bestraft. Meistens waren meine Gebete darauf ausgerichtet Gnaden zu erhalten, die ich brauchte, besonders für materielle Vorteile und für den Erfolg bei den Prüfungen. Meine frühen Lehrer haben es mir ermöglicht, als gottesfürchtiger Mensch zu wachsen, denn Gott ist jemand, der alles beobachtet, was wir tun. Im Rückblick erkenne ich jetzt, dass der Glaube in meiner Kindheit eher ein blinder Glaube war und ich meistens das tat, was andere von mir erwarteten.
 
Mit der Zeit hat mein Eifer für den Herrn nachgelassen, da es noch andere Sorgen gab. Nach dem Abschluss meiner Pflichtschulabschlussprüfung (SSLC) wollte mein Vater mir die bestmögliche Ausbildung geben. Aber ich wollte das Seminar besuchen. Als ich meine Eltern darüber informierte, waren sie nicht glücklich. Sie wollten nicht, dass ich ins Seminar eintrete. Doch ließen sie mich diese Entscheidung treffen mit der Möglichkeit, dass ich jederzeit nach Hause kommen könnte, wenn mir das Leben im Seminar nicht gefallen sollte. So trat ich 2001 ins St. Charles ‚Seminar der Gesellschaft des Göttlichen Wortes (SVD) in Trichy ein.
 
Ich startete mit der Vorstellung der gewöhnlichen Menschen, dass dies Orte intensiven Gebetes seien. Doch bald stellte ich fest, dass meine Erwartungen nicht ganz erfüllt wurden. Statt nur intensivem Gebet wurde auch der akademischen Exzellenz viel Bedeutung beigemessen, menschliche Qualitäten wurden entwickelt, und zwischenmenschliche Beziehungen wurden gefördert. Bald gewöhnte ich mich an die Lebenswelt des Seminars. Und ich begann, mich an die Anforderungen dieser neuen Lebensweise anzupassen. Manchmal fragte ich mich, ob ich durch einen nicht mehr zeitgemäßen Glauben getäuscht worden war. Dennoch fühlte ich mich von Jesus durch viele gute Lebenserfahrungen geliebt, die mir halfen, meiner Berufung treu zu bleiben.
 
Zum jetzigen Zeitpunkt meiner Glaubensreise auf Gott hin bleibe ich offen für Neues. Ich möchte im Glauben wachsen und reifen. Ich will die göttlichen Qualitäten, die sich in Jesus manifestiert haben, in meinem Leben verwirklichen, nämlich: Liebe, Vergebung, Mitgefühl usw. Ich fühle mich glücklich in der Gesellschaft des Göttlichen Wortes (SVD). Ich fühle, dass ich mich wirklich bemühe, in Gottes Liebe zu bleiben, bereit, mein Leben in den Dienst für Gottes Mission zu stellen. Möge Gott mich stärken, zu glauben, zu lieben und zu dienen!